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Modernisierung der Steuerverwaltung

Die Komplexität des deutschen Steuerrechts stellt Verwaltung, Unternehmen und Bürger vor große Herausforderungen. Für die Steuerverwaltung wird es angesichts begrenzter Ressourcen immer schwieriger, dem gesetzlichen Auftrag gerecht zu werden, die Steuereinnahmen sicherzustellen und einen gleichmäßigen Vollzug zu garantieren. Bürger und Unternehmer kritisieren zunehmend den hohen Aufwand, der ihnen zur Erfüllung ihrer steuerlichen Pflichten entsteht. Vor diesem Hintergrund sind die Modernisierung des Besteuerungsverfahrens, der Bürokratieabbau und der Ausbau des Bürgerservice wichtige Anliegen. Die Bayerische Steuerverwaltung arbeitet auf diesem Gebiet intensiv mit den anderen Ländern zusammen. Gemeinsam wurden bereits bedeutende Erfolge erzielt. Zu nennen sind insbesondere die Vereinheitlichung der Steuersoftware in allen Ländern, die Einführung der Elektronischen Steuererklärung, der Einsatz von maschinellen Risikomanagementsystemen oder das Angebot vielfältiger steuerlicher Informationen im Internet.
 
Um den Steuervollzug weiter zu modernisieren, werden Maßnahmen zum Bürokratieabbau und zur Verbesserung des Serviceangebots konsequent weiter verfolgt. Hervorzuheben unter vielen anderen sind hier die Projekte „Elektronische Lohnsteuerkarte“, „Elektronische Bilanz“ und „Vorausgefüllte Steuererklärung“.

Mit der Elektronischen Lohnsteuerkarte verabschiedet sich die Finanzverwaltung endgültig von der alten Kartonkarte. Die bisher auf der Vorderseite der Lohnsteuerkarte eingetragenen Besteuerungsmerkmale wird die Finanzverwaltung zentral und einheitlich in einer bundesweiten Datenbank verwalten. Dadurch werden die Abläufe künftig deutlich einfacher. Der Arbeitgeber wird die Lohnsteuerabzugsmerkmale ab dem Jahr 2013 elektronisch unmittelbar von der Finanzverwaltung erhalten. Die papierne Lohnsteuerkarte als Träger der Informationen ist dann nicht mehr notwendig.

Mit der Elektronischen Bilanz werden künftig Bilanzen und die Gewinn- und Verlustrechnungen nach einheitlichem Datensatz von den Unternehmen an die Finanzverwaltung übermittelt. Die Unternehmen können ihre steuerlichen Pflichten elektronisch und damit schnell, kostensparend und medienbruchfrei erfüllen. Die Steuerverwaltung erwartet neben einer höheren Effizienz Qualitätssteigerungen bei der Bearbeitung der Steuererklärungen und eine verbesserte Fallauswahl für die Prüfungsdienste.

Ab 2014 wird die „Steuererklärung auf einen Klick“ zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich um ein Serviceangebot der Finanzverwaltung, mit dem interessierte Bürger ihre persönlichen Steuerdaten, die der Steuerverwaltung vorliegen, elektronisch abrufen und dann ohne Medienbruch in die elektronische Steuererklärung übernehmen können. Die Nutzung der Abruf- und Übertragungsmöglichkeit kann sowohl über die ELSTER-Dienste der Steuerverwaltung (www.elster.de), als auch mit Hilfe kommerzieller Steuer-Software nach einer elektronischen Authentifizierung in Anspruch genommen werden.